Die wichtigsten Vorsätze für Führungskräfte ab 2020

 

Wenn Sie glauben, dass Führung auch in der Zukunft bedeutet, als der Nummer-1-Experte eines Teams oder Abteilung zu agieren, dann irren Sie leider gewaltig. 

 

Ist es auch in Ihrem Unternehmen üblich, die beste Fachperson zu „befördern“ und zu Team-, Abteilungs- und sonstigen Leitern zu machen? Dann nutzen Sie unbestritten Vorteile, denn so werden nach oben delegierte Entscheidungen auf Basis fundierter Fachkompetenz getroffen. Aber in Zeiten schnellerer Veränderungen und steigender Komplexität durch immer mehr Zielgruppen, Produkte, Tools etc. muss dieses Modell an Grenzen stoßen. Die steigende Zahl der zu treffenden Entscheidungen führt unweigerlich dazu, dass das Management zum Engpass wird und so Vorgänge verlangsamt oder gar verhindert. Der Ausweg: Die Fachleute in den Teams machen so eigenständig wie möglich ihren Job. Und die Führungskräfte kümmern sich um die Lösung paradoxer Situationen.

 

Vier Vorsätze helfen Ihnen auf dem Weg zu diesem neuen Modell.

 

Vorsatz #1: Ich befähige mein Team

Es gibt verschiedene Arten von Entscheidungen, z.B. informationsbasierte Entscheidungen:

  • Entscheidungen, die allein auf Basis der Kenntnisse eines Sachverhalts getroffen werden können – wer den spezifischen Sachverhalt am besten kennt, sollte entscheiden. Also das entsprechende Teammitglied.
  • Entscheidungen, die auf Basis der Anwendung von Regeln getroffen werden sollen – diese sollten ebenfalls in den Teams erfolgen.
  • Entscheidungen, die darüber hinaus Fachkenntnisse erfordern – auch diese Entscheidungen sollten im Team liegen. Wenn die Führungskraft trotz ihrer Führungs- und Managementaufgaben mehr Fachkompetenzen hat als die Teammitglieder, stimmt etwas nicht.

Vorsatz #1 ist daher: Ich sorge dafür, dass mein Team die Regelwerke mindestens so gut anwenden kann wie ich und über alle relevanten Fachkenntnisse verfügt.

 

Vorsatz #2: Informationsbasierte Entscheidungen treffe nicht ich, das macht mein Team!

Sobald Vorsatz #1 weitgehend (warten Sie nicht auf den Idealzustand, er wird nicht eintreten – Menschen wachsen mit ihren Aufgaben!) erfüllt ist, kommt Vorsatz #2 ins Spiel: Das einzelne Teammitglied oder das Team trifft die informationsbasierten Entscheidungen. Das erfordert Ihr aktives Hinwirken auf diesen Zustand. Rechnen Sie damit, dass einzelne Teammitglieder diese Entscheidungen weiterhin von Ihnen erwarten. Ihr Reflex könnte sein, dies dann auch zu tun. Machen Sie es nicht, delegieren Sie die Entscheidungen konsequent zurück. Sonst wird sich Ihr Team nicht entwickeln.

 

Vorsatz #3: Ich schaffe die besten Rahmenbedingungen für mein Team

Mit Vorsatz #1 geben Sie Ihrem Team etwas: Know-how. Vorsatz #2 verlangt etwas von Ihrem Team: In die Verantwortung zu gehen. Nun ist es wieder an der Zeit, dem Team etwas zu geben: die besten Rahmenbedingungen für dessen Arbeit. Hierzu gehört vieles, von der Raumgestaltung über die Ergonomie des Arbeitsplatzes bis hin zur fortlaufenden Information über Entwicklungen im Umfeld. Vor allem aber: echte Prioritäten. Nicht zehn Prio-1-Projekte plus drei Prio-1-mit-Sternchen-Projekte. Sondern: Erstens. Zweitens. Drittens. Nur so kann Ihr Team fokussiert und erfolgreich arbeiten.

 

Vorsatz #4: Ich finde Lösungen für paradoxe Situationen

Alle vorherigen Vorsätze laufen auf diesen vierten Vorsatz zu: Ich mache meinen Job als Führungskraft und Manager. Als Führungskraft brauche ich Zeit und Energie, um mein Team immer weiter zu entwickeln. Und als Manager entwickle ich Lösungen für paradoxe Situationen wie die folgenden:

  • Konfliktäre Ziele: Schaffe mehr Leistung mit weniger Personal!
  • Strategische Dilemmata: Wenn du A machst, riskierst du B. Erreiche beides!
  • Kannibalisierung: Entwickle ein neues Geschäftsmodell, das das Bestehende angreift. Und halte das alte so lange am Leben, bis es das neue finanziert hat!
  • Automatisierung: Nutze das Wissen deiner Mitarbeiter, um die Prozesse zu automatisieren – ohne Motivationseinbußen. Und entwickle sie weiter, damit sie dann „intelligentere“ Aufgaben wahrnehmen können.

All dies erfordert neue Wege und somit Zeit, Kreativität und das Denken in „sowohl-als-auch“, nicht in „entweder-oder“. Führungskräfte müssen mehr denn je bekannte, intuitive Ansätze hinterfragen. Denn innovative, kontra-intuitive Ansätze können der bessere Weg zum Ergebnis sein! Nur so werden Sie gemeinsam mit Ihrem Team den Wahnsinn digitaler Zeiten meistern! Am besten Sie fangen gleich im neuen Jahr damit an.